Mittwoch, 22. Mai 2019

Von der Schwierigkeit, eine Sommerjacke zu kaufen

»Du brauchst mal wieder  eine neue Jacke, möglichst nicht schon wieder dieses Rentnerpink«
Die Jackenfarbe Beesch oder -richtig geschrieben- Beige,  meinte damit meine Frau.
Solche Anweisungen führe ich selbstverständlich immer zeitnah aus.
Deshalb - schnell mal nach Berlin fahren, verschiedene namhafte Kaufhäuser ansteuern und schwupps-hineingeschlüpft in einen Blouson.
Dachte ich mir.
Es wurde aber schwierig. Ich bin nie in meinem Arbeitsleben ein Angestellter, was weiß denn ich, Gärtner, Wachschutz, Facility-Manager oder sonstwas im Wochenendgrundstück der amerikanischen Präsidenten gewesen. Camp David, so heißt das Areal, in dem sich der gerade amtierende Boss des Weißen Hauses gern mal vom politischen Tagesgeschäft zurückzieht.
Die Anlage befindet sich im Erholungsgebiet Catoctin Mountain im Frederick County (Maryland) am Rande der Blue Ridge Mountains und ich schwöre, obwohl ich schon mehrmals in Amerika war - dort war ich noch nie.
Deshalb erschloss es sich mir nicht, dass auf der Jacke, die mir gerade mal so passte, ein Logo dieses Grundstücks war und ich in der Öffentlichkeit zB. bei der Videoüberwachung am Alexanderplatz als Gärtner von Donald Trump identifiziert werden könnte.
Also nächste Jacke an. Passte gut, gefiel mir...bis ich mal genauer auf den linken Ärmel schaute. Da stand ein Name ! Sogar mit Vornamen. Nun heiße ich aber gar nicht Tommy Hilfinger. Was ist das denn ? Hochstapelei, Ettikettenschwindel oder was ?
Namen mit Vornamen einfach so in der Öffentlichkeit zeigen, und womöglich auch noch falsche, da hört bei den Datenschützern die Freundschaft auf. In Wien sollten schon mal sämtliche Klingelschilder an Haustüren abmontiert werden.
Und auch bei uns in Deutschland ist das strengstens geregelt.
Bei einem Namen handelt es sich um ein personenbezogenes Datum. Indem dieses auf einer Arbeitskleidung steht, handelt es sich um einen Vorgang nach dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG), dessen Zulässigkeit sich nach § 28 Absatz 1 Nummer 2 BDSG beurteilt.
Steht etwa so in der DSGVO.
Die nächste Jacke, der nächste Namen. Kevin Klein, oder so ähnlich. Dann auch noch eine Namen-Jacke, die der Öffentlichkeit vorgaukelt - jetzt kommt der Boss. Mit Vornamen Hugo. Wie dieses Gesöff, dass bei manchen Frauen so großen Anklang findet.
Also nichts mit dem Jackenkauf. Traurig schlenderte ich über den Alexanderplatz. Ein Polizist kam mir entgegen. Mit Namensschild. Wachtmeister Krause stand auf seiner Uniform. Ohne Vornamen. Danach schon wieder ein Mensch mit Namensschild. Die Jacke, ein wenig paramilitärisch, gern von Anglern getragen, Farbe: Beige. Jack Wolfskin hieß der.    

Montag, 6. Mai 2019

Alexa ! man kann das alles einstellen...

Zu den großen Problemen in der Welt hat sich um die Weihnachtszeit herum noch ein neues gesellt.
Man ist seiner Privatsphäre nicht mehr sicher! Alles wird abgehört, gespeichert, weitergemeldet an die NSA, an die Chinesen, an Putin....
Womit wird abgehört - Mit einem Echolot! (so sagt Opa Pafke)

Allerdings...es ist kein Echolot, da hat Opa Pafke mit seinem Kind im Ohr den Enkel wohl falsch verstanden,  sondern es heißt Echo-Dot oder einfach nur Echo und hört auf den Namen Alexa. Das ganze ist eine Entwicklung, die man unter dem Begriff KI
einordnen kann. Sicher keine Grundlagenforschung, sondern Gadget.
Und hier schlägt nun die Empörung so hohe Wellen, weil da sage und schreibe 7 (in Worten: sieben)
Mikrofone ständig mithören. Weil ja ein intelligentes Wesen nur dann antworten kann, wenn es vorher die Frage auch verstanden hat.  Jedenfalls sind die "sozialen?" Netzwerke voll von Sorgen und Nöten der Betroffenen.
Nun hat sogar ein User von der Herstellerfirma alle von ihm aufgezeichneten intimsten Inhalte verlangt und was hat er gekriegt: Die intimsten Inhalte eines Anderen!
Mir macht diese Panne das kleine Ding so sympatisch, dass ich mir auch eins bestellt habe.
Irren ist so menschlich!
Die Herstellerfirma hat sich beim User entschuldigt. Und ich, obwohl ich kein IT-Experte auf dem Niveau des Chaos-Computerclubs bin, habe es geschafft, Alexa so einzustellen, dass sie nicht aus Versehen Spracheinkäufe tätigt, dass sie nur die Skills benutzt, die mich interessieren und ich kann ohne Probleme die gespeicherten Dialoge bei Bedarf löschen. Und sie ist lernfähig. Neulich habe ich ihr gesagt: »Alexa, ich habe jetzt eine neue Brille. In den nächsten fünf Jahren brauche ich keine Brillenwerbung, wenn ich mal im Internet herumsurfe.« Und was soll ich sagen: Es klappt!

Ich habe dazu ein kleines Büchlein geschrieben...


Es kann als Kindle eBook oder als Taschenbuch erworben werden

  Staffeln in Streaming Portalen

»...Gestern lief doch schon die 3. Episode der 6. Staffel...haben wir das etwa verpasst ?«
»..Wir hatten wohl keine Zeit, weil...«
...Weil die Zeiträuber unterwegs sind !
 Es ist eine Invasion von unzähligen Serien in zahllosen Staffeln. Sie kommen über alle Kanäle, Streaming Portale, Mediatheken, über Smart-Module zum Anstecken in den hdmi-Anschluss, über WLAN, LAN-Kabel. Sogar über die kostenlose TV-Beilage der Tageszeitung. Sie wollen, dass du über sie befindest, mit Daumen hoch oder runter, mit Troll-Kommentar im sozialen Netzwerk, wollen feedback-Sterne, können in Onlinespielen nachgespielt werden, aber möglichst schnell und sofort, weil...da kommt doch schon die nächste Staffel....

Sie spielen in computer-engine entworfenen Phantasiewelten, die realistischer sind, als die Realität. Sie gaukeln eine Wirklichkeit vor, die es nicht gibt.
Und alle machen mit.

So etwas gab es schon mal. Da gaukelte ein TV Programm jeden Abend einen Staat vor, den es so nicht gab.
Damals, im Tal der Ahnungslosen...
Nun wollen dort Viele keine Gebühren mehr an die GEZ zahlen. Wie damals.
Außer Raum Dresden.

Morgen  hör ich auf ! Ich lasse mir keine Lebenszeit mehr stehlen. Schaue keine Staffeln mehr. Verliere keine Zeit mehr in dieser Virtual-Reality. Ich zahle den Rundfunkbeitrag. Will meine Nachrichten von Heinz Kleber, Marietta Slomka oder Jan Hofer hören. Auch wenn Manager von Netflix meinen, das braucht man nicht mehr. Ob sie ihre Staffeln überhaupt selber sehen ? Ich weiß es nicht.

Sonntag, 5. Mai 2019


Die Bewertungen des Schuhlöffels

Mein Onkel Alwin kommt zu Besuch. Eigentlich freuen wir uns auf ihn. Er ist so ein humoriger Mensch und kennt mehr Episoden aus meinen Kindertagen als ich selbst. Allerdings ist er schon im vorgerückten Alter und, na ja, nicht mehr ganz so jugendlich drauf. Beim letzten Besuch wäre er beinahe die Treppe hinuntergestürzt beim Anziehen der Schuhe. Weil er schlecht beim Hineinschlüpfen mit den Händen runterkommt, versuchte er das auf halber Treppe. Er konnte sich gerade noch am Geländer festhalten beim Umkippen. Das darf nicht nochmal passieren !
»Schatz, bring bitte so einen langen Schuhlöffel mit, wenn du einkaufen gehst, du weißt schon...Onkel Alwin kann sich doch nicht mehr so bücken,«
»Lange Schuhlöffel ? Hamm wa nich !«
Es ist ernsthaft zu überlegen mal den Supermarkt zu wechseln, allen Mist haben die sonst, aber wenn man etwas bestimmtes sucht...
Wozu bin ich eigentlich Goldkunde beim Missisippie-Internetversand ? Kurz mal aufs Tablet tippen und dann auf Klick. Morgen Lieferung, Lieferungsverfolgung unter http...www...Sie haben Post.
Vielen Dank für Ihren Einkauf, bitte bewerten Sie das Produkt...
Häh ? Einen Schuhlöffel bewerten ?
Ich sah genauer hin. Über dreihundertneunund..zich Bewertungen. Davon neunund..zig mit nur ein Stern !
...Kein Hinweis für Linkshänder....Gebrauchsanweisung nicht in Sorbisch...Fingerabdrücke bleiben drauf...Rostet im Freien nach schon zwölf Wochen...Funktioniert nicht bei Abfahrts-Ski-Stiefeln...kein Warnhinweis für Kleinkinder...
Zum Glück überwogen die Fünfpunktigen...Klasse Produkt...jedesmal begeistert...ein Blickfang im Korridor...zeitloses Design...Auch ohne Anleitung sofort benutzbar...
Manche Bewertungen füllten bis zu drei A4 Seiten. Mir tut der arme Praktikant beim Missisippi-Versand leid, der das alles lesen muss...
Oder macht das nur der Robot ?
Als Onkel Alwin kam, schlüpfte er, hastdunichtgesehen, ohne sich zu bücken aus seinen Schuhen.
»Ich habe mir jetzt solche Heinzelmann-Vertreter-Schuhe zugelegt, da braucht man keinen Schuhlöffel mehr, einfach heraus oder hineinschlüpfen...Weißt du noch, als deine weißen Kniestrümpfe beim Sonntagsspaziergang im Mai schon nach fünf Minuten schwarz waren...«

Donnerstag, 2. Mai 2019

KDP eBook und Taschenbuch

eine Fantasy-Story, in der 50 Jahre Weltgeschichte aus dreifacher Perspektive erlebt werden mit einem unerwarteten Sturz in die Wirklichkeit...

Liegt eine multiple Persönlichkeitsstörung vor, wenn ein Mensch in drei verschiedene Lebensläufe versinkt ? Es gibt in den sozialen Netzwerken des Internets eine schier unüberschaubare Menge von digitalen Avataren, in deren Rolle man schlüpfen kann. Wenn diese Möglichkeit nicht mehr als Spiel, sondern als virtuelle Realität verstanden wird, dann ist es entweder gefährlich, oder eben eine Fantasy-Story. 1964 hangelt sich der Schüler Heinrich Faust mit Hilfe eines teuflischen Paktes durch das Abitur. Eine mysteriöse Gestalt im schwarzen Turnanzug bietet ihm an: » Gleich dreifach kannst sein des Glückes Schmied...« Er geht auf den Pakt ein, der ihn 50 Jahre gegen Tod versichert und beginnt drei Lebensläufe, die unterschiedlicher nicht sein können.